Gemeinde Pinnow erinnert an die Gemeindefusion mit Godern vor 10 Jahren

Den 3.Oktober nutzte die Gemeinde Pinnow in diesem Jahr, um an die Gemeindefusion mit Godern zu erinnern, die genau am 3. Oktober 2011 im Goderner Gemeindehaus feierlich unterzeichnet wurde.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Günter Tiroux wurde traditionell mit Sekt auf die Deutsche Einheit angestoßen und zum Schluss die Nationalhymne angestimmt. Dazwischen ging es aber um die vor 10 Jahren besiegelte Einheit der Gemeinde Pinnow. Zuerst kamen alle Teilnehmer zu einem Gruppenbild vor der Installation von Peter Freischmidt zusammen – wie vor zehn Jahren vor dem Goderner Gemeindehaus nach der Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages.

In einer von Klaus-Michael Glaser als Vorsitzenden des mitveranstaltenden Kultur- und Heimatvereins geführten Gesprächsrunde mit Zeitzeugen kamen die Motive und der Ablauf dieser Gemeindefusion zur Sprache. Hans-Ulrich Helms, der als damals amtierender Bürgermeister von Godern die Gemeinde und die Gespräche führte, erinnert auch an Fusionsangebote aus Gneven. Ausschlaggebend war die gute Beziehung zu Pinnow, nicht zuletzt durch die Kirchgemeinde, so Helms. Die Kirche sei somit in den Gemeindemittelpunkt gerückt. Er ist nach wie vor dankbar für die gute Aufnahme der Goderner Interessen bei den Pinnower Gemeindevertretern und freut sich, damals diesen Schritt für Godern gegangen zu sein. Bernd Cordes war vor 10 Jahren als Leitender Verwaltungsbeamter unseres damaligen Amtes Ostufer Schweriner See verwaltungsseitig mit der Gemeindefusion befasst. Er erinnert daran, dass es der Plan der Landesregierung gewesen sei, keine Gemeinden mehr unter 500 Einwohner zu haben. Darauf hätten sich auch andere Gemeinden im Amt mit Fusionsgedanken beschäftigt. Die Gemeinde Dobin am See war vorher schon aus den Gemeinden Retgendorf und Rubow geschaffen worden. Er betrachtete die Fusion von Pinnow mit Godern als sehr gelungen. Goderns Vertragspartner war Andreas Zapf als Pinnower Bürgermeister.  Der heutige Pinnower Ehrenbürger erinnert an die   Bestandsaufnahme der Gemeinde Godern, die er mit Klaus-Michael Glaser als seinen Stellvertreter vorgenommen hatte. Gut angenommen wurde die Idee, den Ortsvorsteher von den Godernern in einer Einwohnerversammlung direkt wählen zu lassen – eine Möglichkeit, die damals im Gesetz gerade geschaffen wurde, kam damit in Godern das erste Mal in Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung. Der damals erstmals gewählte Ortsvorsteher Volker Helms hob als eine der wichtigsten Entwicklungen nach der Gemeindefusion die Rekultivierung der Fläche am Mühlensee und die Schaffung des gelungenen kleinen Wohngebiets dort hervor. In der Diskussion betonte Herbert Remmel, der sich schon lange mit der Geschichte unserer Orte beschäftigt, die historischen Gemeinsamkeiten von beiden Ortschaften am Pinnower See.

Ein besonders symbolkräftiges Geschenk gab es dann für vier Initiatoren dieser Gemeindehochzeit: Volker Helms hatte vier Pfähle von der alten, gerade abgebrochenen Holzbrücke zwischen beiden Orten aufbewahrt, Gemeindevertreterin Babette Bormann als stellvertretende Vorsitzende des gastgebenden Jugend-, Sozial – und Kulturausschusses hat in Handarbeit die Namen der Beschenkten und das Unterschriftsdatum 3.10.2011 eingraviert. Sie betonte die vielen Bedeutungen des Wortes Brücke – von der Zahnheilkunde bis zur Kommunalpolitik. Hans-Ulrich Helms, Bernd Cordes, Andreas Zapf und Klaus-Michael Glaser bedankten sich geehrt. Zum Schluss gab es dann noch den Brückenschlag zur Deutschen Einheit: Ohne diese gäbe es nicht das so gut entwickelte Pinnow mit seinen Bürgern aus allen Bundesländern und auch nicht die kommunale Selbstverwaltung, die als Grundlage die Entwicklung der Gemeinden in die Hände ihrer Bürger legt. 

Text: Klaus-Michael Glaser
Foto: Volker Helms